Der Zurückgebliebene - Leosplace

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Gedichte

Der Zurückgebliebene
Wohin du auch gingst,
fort bist du doch nicht.  
Das Band, es ist noch da,
war immer da.
Wie Brüder sind wir aufgewachsen,
wie Brüder haben wir gelebt.
Warst immer an meiner Seite.
Mein treuester Freund, die bessere Hälfte.

 
Wenn ich mein Leben grade nicht
im Griff hatte – du hast es geregelt.  
Und nun... hätte ich deines regeln müssen?
Wärst du dann nicht gegangen?  
Eigentlich konnten wir uns doch alles erzählen,
und doch... hast du es vorgezogen, zu schweigen.
Den Weg alleine weiterzugehen.
Ganz allein. Das muss ich jetzt auch.  

 
Ich weiß, dass du dich um mich sorgst,
auch jetzt noch – das brauchst du nicht.
Meine einzige Sorge ist, dass es dir gutgeht.
Geht es dir denn gut? So viele Fragen,
die ich dir gerne stellen würde. Und doch -
ernte ich nichts als dein Schweigen.  
Der Zurückgebliebene zu sein, ist kein  
so einfaches Los, wie du vielleicht dachtest.

 
Ich weiß, dass du noch lebst,
sollte ich dich suchen?  
Das Band, mein Freund,
zerschneiden konntest du es nicht.
Wie Brüder sind wir aufgewachsen,
wie Brüder haben wir gelebt.
Zusammengeschweißt auf ewig.
Ein Treueschwur, nicht zu brechen.

 
Oh, mein Freund, ich hoffe,
es geht dir gut, dort in der Fremde.
Ich werde bleiben und warten.
Leben, was man so tut.
War nie der Typ, der weggeht.
Mach dir keine Sorgen.
Bleiben werde ich und warten.

 
Bis zum Tage unseres Wiedersehens.



 
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