Die Seelenfremde - Leosplace

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Gedichte
Die Seelenfremde
Ich kannte dich so lange
und  
habe dich doch nie gekannt.
Eine Illusion, optische Täuschung,
ein Kreidebild, gezeichnet
mit unsicherer Kinderhand,
so schnell abgewaschen
nach dem ersten Regenschauer.
Ich frage mich, ob es anders wäre,
hätte ich genauer
hingesehen, gemerkt, wie der Wind sich dreht,
unser Boot kentert und untergeht.
Ich frage mich, wie das geschehen
konnte. Die anderen sagen
es war abzusehen.  
Warum wollte ich das nicht verstehen?
Deine Maske fiel ins Bodenlose,
Dornen stachen dich,
dann brach die Rose,
und mein Herz dazu.
Oh, Fremder, der du fortgingst  
in dunkelster Nacht,
ich hoffe es gibt jemanden, der über dich wacht,
dich besser versteht,  
als ich Seelenfremde,
die deinen Weg nicht mehr mit dir geht,
dich nicht mehr verstehen kann.
Ich hoffe, du findest irgendwann,
wonach du suchst.  
Fremder, du hast mein Herz befremdet,
meine Seele geschändet,
meine Augen geblendet,
und doch, Fremder,
gingst du auch des Nachts  
davon mit leisem Schritt,
einen Teil von mir den nahmst du mit,
gibst ihn mir nie mehr zurück.


 
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